Mitte

Zwei Märkte in der Spandauer Vorstadt
Für Anwohner und Touristen

Mitte. Am Hackeschen Markt wird es ab Mitte Mai zwei mal pro Woche einen Markttag geben: Immer donnerstags wird ein Ökomarkt stattfinden, sonnabends ein Basar, bei dem es Produkte aus der Spandauer Vorstadt zu kaufen gibt. Das Bezirksamt ist damit der Kritik der CDU zuvorgekommen.

Lutz Stroppe, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Alexanderplatz, hatte sich gegen einen Ökomarkt am Zwirnsgraben ausgesprochen. "Wir wollen an diesem attraktiven Ort keinen Ökomarkt haben, wie er überall woanders auch zu finden ist." So ein Markt würde nicht den Bedürfnissen der Anwohner etsprechen. "Wir sind für ortstypische Waren aus dem Kiez", so Lutz Stroppe. "Damit würde der Hackesche Markt als Anziehungspunkt für Touristen und Berliner gewinnen."

Stadtentwicklungsstadträtin Dorothee Dubrau hat nun aber zwei Betreibern die Genehmigung erteilt. "Mir haben beide Konzepte gefallen." Den Ökomarkt wird die renommierte Firma Strube auf die Beine stellen, die tatsächlich bereits den Markt am Kollwitzplatz betreibt. "Dieser Markt geht aber nicht an den Bedürfnissen der Anwohner vorbei", sagt Harald Büttner, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes. "Die Interessengemeinschaft Spandauer Vorstadt hat 650 Leute aus dem Kiez befragt. Die meisten wünschen sich Stände, die frische Waren anbieten. sei es Gremüse, Fisch oder Käse."

Und am Wochenende soll es dann einen eher ortstypischen Markt geben, so wie es der CDU-Ortsverband Alexanderplatz gefordert hatte.

"Dass sich an diesem Ort ein touristischer Anziehungspunkt in Form eines Marktes anbietet - diese Idee hatten wir auch", sagt Harald Büttner. Stadträtin Dubrau habe den jungen Betreibern aus der Spandauer Vorstadt selbst - der neugegründeten Firma GSK eine Chance geben wollen. "Künstler werden hier ihre Darbietungen zum Besten geben, auf kulturelle Veranstaltungen wird am Markttag ebenfalls hingewiesen", erläutert er. Mehr wollte er von den Konzepten aber noch nicht verraten. Doch so viel: "An beiden Tagen werden jeweils 25 Händler mit 40 Ständen ihre Waren anbieten.

Gastronomen wurden mit dem Konzept ins Boot geholt

Auch werden die Gastwirte von beiden Marktkonzepten profitieren." Sie hatten anfänglich protestiert, da sie Einbußen befürchteten. Im einzelnen werden die Konzepte bis Mai noch mit den Anrainern besprochen. dvs

Berliner Abendblatt vom 07. - 13. April 2004